Das Schreiben – Aller Anfang ist …

Oft sitze ich da, vor diesem Bildschirm und der Tastatur, die mich manchmal förmlich verhöhnen. Dann erinnere ich mich zurück, wie mal alles angefangen hat, was ich damals empfunden habe, welche Wünsche und Ziele ich verfolgen wollte. Meine Gedanken streifen all die Rückschläge, die ich erlitten habe, und die kurzen Nächte, wenn mich das Schreibfieber gepackt hat.

Während ich also heute das Schreiben als herausfordernd, anstrengend, spannend und manchmal ermüdend bezeichnen würde, war mein Anfang damals nur eines für mich: faszinierend.

Da war eine komplett neue Welt, die erschlossen werden wollte. Ich war gezwungen, meine Komfortzone zu verlassen. Ich – Social Media-Gegner – musste lernen, wie man dort zurechtkommt. Ich – zurückgezogener und verschlossener Mensch – musste fremden Menschen einen Blick in mein Leben gewähren. Ich – die Videos, Telefonate, Menschenmassen und Reden vor Publikum nicht ausstehen kann – hielt Lesungen auf Messen, nahm an Videos teil, telefonierte oft und viel mit Gleichgesinnten und kämpfte mich durch die dichteste Menschenmenge auf einer Messe.

Und ich liebe es. Alles davon. Es ist ein Teil von mir geworden, den es vorher nicht gab. Ich bin über mich hinausgewachsen und stolz auf den Menschen, den das Autorenleben aus mir gemacht hat.

Sicher frage ich mich manchmal, wieso ich mir das überhaupt antue. An den schlechten Tagen. Man hofft auf den Durchbruch, der nicht kommen will. Man erhält negative Rezensionen, wird angefeindet, verdient nicht viel, gerät in Kontakt mit Neidern, fällt in tiefe Kreativitätslöcher und will einmal die Woche alles hinschmeißen.

Oft ist es einfach schwer … Ich muss mir dann in Erinnerung rufen, wieso ich liebe, was ich tue. Dass das Schreiben meine Zuflucht ist, schon immer war. Da ist diese Fantasie in mir und die will raus. Schreiben macht mich glücklich an jedem Tag, der nicht schlecht ist. Ich habe so viel dazugelernt, so viele liebenswerte Menschen kennengelernt. Wenn ich eines Tages nicht mehr bin, ist noch etwas von mir hier.

Zwar habe ich unglaublich viele Hürden nicht kommen sehen, doch mit jedem Fehler wächst man ein Stück weiter, und am Ende ist es nur wichtig, dass man die zwei Dinge nicht verliert: Die Liebe zum Schreiben und die Erinnerung daran, warum man einst angefangen hat.