Das Schreiben – Buchreihen

Manche mögen sie, manche eben nicht: Die Reihen und Serien. Es gibt unzählige Buchreihen, bestehend aus drei, vier, fünf oder noch mehr Bänden. Auch Serien gibt es immer wieder, wo die einzelnen Bände eher als Novellen durchgehen und die Geschichte so mit sehr vielen aber dafür kurzen Büchern erzählt wird. Ein Beispiel dafür wären z.B. Die Grimm Chroniken von Maya Shepherd. Auch ich arbeite derzeit an so einer Serie.

Ich möchte gar nicht näher darauf eingehen, wieso man dieses Prinzip als Leser mögen oder nicht mögen kann. Was mich persönlich viel beschäftigt ist der Arbeitsaufwand dahinter. Was man eben alles beachten muss und was eine Reihe komplizierter macht als einen Einzelband.

In meiner Schublade liegen viele Ideen für in sich abgeschlossene Romane. Zwei habe ich bereits veröffentlicht. Wenn man sich aber mal all meine Veröffentlichungen ansieht, merkt man sofort, dass ich mich auch in eine Trilogie und eine Serie verstrickt habe. Was mit viel Freude und Spaß angefangen hat, wurde mit der Zeit für mich zur Qual. Denn ich habe einen Fehler gemacht, hatte vorher keinen vernünftigen Plan.

Was, wenn man anfängt, und dann plötzlich der Kopf leer ist? So erging es mir bei „Hailey Blake“. Band 1, kein Problem. Band 2 flutschte nur so durch die Finger. Nun rückt das Ende eines ganzen Jahres immer näher und Band 3 ist noch immer nicht da. Nicht, weil ich nicht im Kopf genau wüsste, was darin passiert. Doch es zu Papier bringen, fällt mir dieses Mal einfach unglaublich schwer.

Was, wenn man eine Serie beginnt und das Feedback erhält, dass die Leser mit jedem Band mehr und mehr begeistert sind? Wie das Ganze immer wieder toppen? So erging es mir mit „Chroniken der Weisen“. Meine Urban Fantasyserie lief von Anfang an sehr gut und stieß auf viel Begeisterung. Geplant sind 10 Bände, aktuell bin ich bei der Hälfte. Was für ein Druck hinter dieser Art von Veröffentlichung steht, war mir vorher nicht bewusst. Ich habe Angst, meine Leser zu enttäuschen, weil Band 6 seinen Vorgänger vielleicht nicht übertreffen wird. Was, wenn ich nicht das perfekte Ende schreibe (was entsprechend der Aufstiegsrate ja quasi grandios sein müsste)?

Ich weiß nur eins: Nie wieder schreibe ich eine Serie. Ob ich je wieder eine Trilogie schreibe, bleibt auch offen. Wenn, dann nur unter einer Voraussetzung, da ich dazugelernt habe: Band 1 einer Geschichte wird erst dann in die Öffentlichkeit treten, wenn auch die Folgebände in der Rohfassung fertig sind. So vermeidet man lange Wartezeiten für die Leser und man stresst sich selbst weniger, setzt sich nicht so unter Druck.

Obwohl man immer wieder sagt, dass alles seine Zeit braucht, mache ich mir als Autorin aber bei diesem Plan so meine Gedanken. Wie lange ist es ok, wenn ich nichts Neues bringe? Wann werde ich wieder unsichtbar? Dieser Druck blockiert mich, bremst mich aus. Und wenn einen dann noch das Leben überraschend in die Knie zwingt, wie dann wieder aus diesem Loch hervorkommen?

Außerdem kommen noch andere Faktoren hinzu, die man nicht außer Acht lassen darf. Jede Veröffentlichung birgt viel Arbeit im Selfpublishing, weil alles an mir hängenbleibt. Da ist niemand, der mir das Marketing abnimmt, damit ich einfach schreiben kann. Social Media kostet eine Menge Zeit. Am Ende schläft man vier Stunden pro Nacht und versucht, alles in die verbliebenen zwanzig zu packen: Job, Haushalt, Leben, Schreiben, Marketing.

Auch hohe Kosten spielen eine Rolle, das fängt schon damit an, dass ich bei einer Trilogie 3x ein Cover brauche, während eine Geschichte in einem Einzelband nur eines benötigt. (Die Chroniken der Weisen kosten mich insgesamt 12 Cover, darüber habe ich mir vor Beginn dieser Serie überhaupt keine Gedanken gemacht …).

Irgendwann sind Batterien und Konto leer, da muss man sich fragen, in welchem Verhältnis das zum Endprodukt steht.

Ich habe Ende 2020 die Bremse gezogen und meine Leser vertröstet. Mittlerweile bin ich mit 3 Veröffentlichungen im Rückstand, das fühlt sich furchtbar an. Aber ich habe gemerkt, dass ich mit dem Druck nicht mehr so weitermachen kann. Das macht das ganze Jahr nun für mich ungemütlich und ich bin unzufrieden. Um 2022 nicht mehr in diese Lage zu kommen, habe ich mir für mich neue Pläne gesetzt. Vorerst keine Trilogie mehr, keine Serien mehr. Und wenn ich irgendwann wieder soweit bin, dann steht der Schreiprozess der gesamten Geschichte vor der Veröffentlichung, auch wenn das bedeutet, dass ich eine längere Zeit nichts Neues mehr bringen kann. Ich bin mir sicher, dass sich mir meine bisher treue Leserschaft auch dann wieder anschließt und mit Freude liest, was ich geschrieben habe.