Das Schreiben – Nebencharaktere

Wir kennen sie alle – die direkt am Anfang erwähnten engen oder besten Freunde des Protagonisten. Völlig gleich, ob sie weiblich oder männlich sind, auf den ersten Seiten haben sie eine wichtige Rolle, nämlich die der Seelenstütze unserer Hauptfigur. Ist euch aber mal aufgefallen, wie oft es passiert, dass sie wirklich nur DA sind. Sie werden vom Protagonisten zugeschüttet mit Jammertiraden, Lästereien, Heulattacken und haben dann natürlich immer eine Meinung dazu – die allzu oft natürlich der des Protas entspricht. Doch darüber hinaus werden sie vernachlässigt. Sie haben kein eigenes Leben, keine eigene Geschichte. Im besten Fall kriegen sie 2-3 auffallende Charaktereigenschaften aufgedrückt und mit ganz viel Glück erhalten sie Nachnamen und noch ein paar Geschwister, die dann wirklich nur noch namentlich mal erwähnt werden – wenn sie ebenfalls Glück haben.

Ich kann mich da nicht von freisprechen. Mir ist es bei meinen ersten Büchern immer passiert, dass ich haufenweise Charaktere hatte, die eigentlich nur dazu da waren, die Hauptfigur zu unterhalten. Ein eigenes Leben bekamen sie von mir nicht.
Beispielsweise Ray Klevens aus „Douphne Parker“. Er war der beste Freund beider Protagonisten, doch das war es auch schon. Man hatte Glück, dass man wenigstens noch erfuhr, dass er keine Eltern mehr hatte. Im dritten Band habe ich dem Kerl wenigstens die Chance gegeben, sich mal ganz oberflächlich zu vergucken^^
Ray gibt es in „Hailey Blake“ immer noch. Jetzt hat er Charakter, eine eigene Meinung, eine eigene Vergangenheit, seine eigene Liebesgeschichte, die neben der von den Protas herläuft.

Ich finde es selbst ziemlich anstrengend, darauf zu achten, dass auch die Nebencharaktere ihre eigenen Auftritte bekommen, weil man sich natürlich sehr auf die Hauptfiguren konzentriert.