Das Schreiben – Triggerwarnungen

Ich schreibe sie – die Trigger.

Man darf ja grundsätzlich alles schreiben. Gewalt, Missbrauch, Mobbing – alles ist real und käme es in keinem Buch vor, wäre das geheuchelt. Ich finde es außerdem wichtig, solche Dinge zu thematisieren, um auf bestimmte Missstände aufmerksam zu machen. Sie machen einen großen Teil unserer realen Welt aus. Auch wenn ihr glaubt, niemanden zu kennen, dem schlimme Dinge widerfahren sind – glaubt mir: JEDER von euch kennt diese Menschen. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass jeder in seinem engsten Bekannten – Freundes – Familienkreis mindestens eine Person hat, die schon mal gemobbt, geschlagen oder bedrängt worden ist. Insbesondere sexuelle Belästigung und Mobbing fangen schon früh mit Kleinigkeiten an, und sie sind von der ersten Sekunde an belastend für Betroffene, auch wenn es oft lange Zeit braucht, bis sie unter dem Druck zerbrechen.

Ich meinen Büchern werden oft Übergriffe auf Frauen thematisiert. Na ja, ich bin eine, kann mich also in eine „Was wäre wenn“-Situation sehr gut einfühlen. So erlebt in fast jedem meiner Bücher irgendwer was Schlimmes.
Auch Mobbing thematisiere ich. So haben wir in „Hailey Blake“ den homosexuellen Lesley, der lange eine schwere Zeit in der Schule hatte. Jo aus „Chroniken der Weisen“ muss irgendwann nicht mehr nur fiese Sprüche ertragen, sondern wird körperlich angegriffen und verletzt.
In „Thyra“ thematisiere ich überwiegend Gewalt.

Wann muss man aber solche Themen, die für vorbelastete Menschen sogenannte „Trigger“ sind, kenntlich machen? Wie viel kann ich meinem Leser zutrauen? Eine schwierige Entscheidung, eine Gradwanderung.

Gibt es in meinen Büchern detaillierte Szenen, wie jemand verletzt wird, ganz Szenen mit aktivem Mobbing, Darstellung einer Vergewaltigungszenen, bekommt mein Buch eine Warnung unter den Klappentext.

Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er bereit ist, Triggerwarnungen zu ignorieren.