Das Schreiben – Romanklischees

Ich mag sie ja, diese vorhersehbaren Entwicklungen. Wenn man eigentlich schon nach dem ersten Kapitel eines Buches weiß, wie es enden wird. Es nimmt einem die Spannung, klar, dafür muss der Autor mit umso mehr Gefühl punkten.

Ich schreibe gerne Klischees.
Meine Trilogie „Hailey Blake“ ist mein Paradebeispiel dafür. Liebes Vorstadtmädchen trifft auf Bad Boy. Jeder wusste: Die zwei, zusammen, das ist das Ende.
Hell yeah, genau so soll es sein. Mal ganz davon ab, dass mich viele von euch steinigen würden, gäbe es nicht eben dieses Ende, geht es doch aber vielmehr um den Weg als um das Ziel, oder nicht?
Und um das Klischee abzumildern nutze ich gerne Trigger. Ihr denkt, ihr lest eine seichte, vorhersehbare Liebesgeschichte? Määäp, nö. Meine Charaktere leiden auf dem Weg an ihr Ziel. Vor allem „Hailey Blake“ wartet mit unschönen Szenen auf.
Auch bei „Everdeen River“ war jedem klar: Samira & Jackson überwinden alles und finden zueinander. Ja klar, ich atme Disney, Happy Ends sind bei mir einfach ein Muss! Aber auch hier habe ich Jackson leiden und Sam zeitweise an ihm verzweifeln lassen.
In „Thyra“ ist doch sofort absehbar gewesen: Hexe und Hexenjäger lieben sich, also gehören sie zusammen (wer es immer noch nicht weiß: Nur ein Happy End ist für mich ein gutes Ende). Sillia war nie wirklich böse, das habe ich schnell klargemacht. Tristan ist nicht irgendwer, das gebe ich schon früh preis. Weil ich es eben genau so wollte. Es sind Klischees, die euch nicht überraschen, also warum sie verbergen? Auch hier war der Weg wichtig. Ich schenke euch Drama, Brutalität, Verluste.
Ein Klischee macht einen Roman also nicht langweilig oder schlecht, solange der Weg zum erwarteten Ende mit Hürden und Schockern gespickt ist.